Hier erfahrt ihr etwas zum Verein, zum Radverkehr, zur Verkehrswende und zu den Möglichkeiten, uns zu unterstützen.

Thema Bürgerbegehren

Ein Bürgerbegehren ist ein Instrument der direkten Demokratie auf Ebene der Städte und Gemeinden. Dabei können Bürger und Bürgerinnen Themen auf die Agenda setzen, die sie für wichtig empfinden. Das Thüringer Gesetz zur direkten Demokratie auf kommunaler Ebene (ThürEBBG) und das Thüringer Kommunalwahlgesetz (ThürKWG) regeln die Durchführung eines Bürgerbegehrens.

Wir stellen einen Antrag auf Zulassung des Bürgerbegehrens bei der Stadt Erfurt. Nach der Zulassung startet die Unterschriftensammlung. Nach Ablauf der Sammlung wird das Bürgerbegehren von der Stadtverwaltung auf sein Zustandekommen geprüft und gegebenenfalls dann im Stadtrat thematisiert.

In Erfurt müssen 7.000 gültige Unterschriften gesammelt werden. Dazu haben wir vier Monate lang Zeit.

Unterschreiben dürfen alle wahlberechtigten Deutschen und EU- Bürgerinnern und -Bürger ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten ihren Aufenthalt in Erfurt haben.

Lehnt er unser Begehren ab, können die Erfurter und Erfurterinnen nachfolgend bei einem Bürgerentscheid über die Forderungen abstimmen. Dieser findet an einem Tag statt und ähnelt im Ablauf dem einer Wahl. Beim Bürgerentscheid muss die Mehrheit, die für die Forderungen stimmt, sich aus mindestens 10 % der stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger zusammensetzen. Ist dies der Fall, ist der Stadtrat verpflichtet die Forderungen umzusetzen.

Warum sollten … den Radentscheid unterstützen?

Wir wollen eine sichere und breite Infrastruktur für Fahrräder. Diese soll auf Hauptrouten möglichst baulich getrennt vom restlichen Verkehr sein. Damit wird dem schnellen Radverkehr genügend Platz zum sicheren Überholen angeboten und langsamere Radfahrende werden nicht bedrängt.

Wir wollen eine für alle gut erkennbare Verkehrsführung. Plötzlich endende Radwege sollen der Vergangenheit angehören. Außerdem verlangen wir einen ebenen Beleg und die Absenkung aller Bordsteinkanten an Radwegauf- und -abfahrten auf null. Weiterhin fordern wir breite Wege, die Platz zum Überholen bieten.

Wir wollen, dass gemeinsame Geh- und Radwege, auf denen der Fußverkehr jederzeit mit schnellen Radfahrenden rechnen muss, Ausnahmefälle bleiben. Außerdem wollen wir erreichen, dass Erfurt eine für den Radverkehr attraktive Altstadtumfahrung erhält, um den Radverkehrsanteil in den Fußgängerzonen zu minimieren und den zu Fuß Gehenden mehr Raum zu belassen. Die Verkehrssicherheit soll somit für Fußgänger steigen.

Wer E-Tretroller fährt, ist gesetzlich verpflichtet Radwege zu benutzen. Wir setzen uns für sichere Radwege mit ebenen Oberflächen und ausreichender Breite ein, sodass auch ein Überholen langsamerer Fahrräder oder Roller möglich wird.

Wir wollen auf Hauptverkehrsstraßen eigene Radwege mit baulicher Trennung. Dadurch kommen Autos auf der Fahrbahn besser voran. Mit der Umsetzung baulicher Verbesserungen im Radwegenetz werden mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen. Auch Autofahrende profitieren davon, wenn weniger Autos unterwegs sind und weniger Parkraum beansprucht wird.

Über unseren Verein

„Radentscheid” meint im deutschen (Szene-)Sprachgebrauch ein Bürgerbegehren/Bürgerentscheid für bessere Radverkehrsbedingungen. Der Radentscheid Erfurt n. e. V. ist ein 2020 gegründeter, nicht eingetragener Verein (n. e. V.). Wir sind eine bunte Truppe verschiedenster Bürgerinnen und Bürger, welche die Situation für Radfahrende in Erfurt zügig verbessern wollen. Wenn du neugierig bist, komm doch mal zu einem unserer Treffen und lerne uns kennen!

Seit 70 Jahren wurde bei der Verkehrsplanung fast ausschließlich an das Auto gedacht. Wir wollen den Platz auf der Straße in einem gerechten Verhältnis aufteilen und zum Radfahren ermuntern. Unsere Ziele und Forderungen sind im Detail auf dieser Website in der entsprechenden Rubrik zu finden.

Wir hoffen auf die Unterstützung vieler Erfurter Bürger und Bürgerinnen. Das Fahrrad ist ein wunderbares Fortbewegungsmittel für jung und alt und ein Problemlöser für viele drängende Verkehrsprobleme, insbesondere in Städten. Zudem fördert Radfahren die Gesundheit. Dafür wollen wir ein Bewusstsein in der Stadt Erfurt schaffen. Konkrete Unterstützung suchen wir unter anderem bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen, der Öffentlichkeitsarbeit und der Unterschriftensammlung. Bei Interesse wendet euch an info@radentscheid-erfurt.de. Informationen zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten findest du hier unter Thema Spenden.

Einige unserer Ziele und Maßnahmen könnten sogar schon umgesetzt sein, wenn es in Erfurt den notwendigen Willen für eine zukunftsgewandte Radverkehrspolitik gäbe. Eine Verwaltung setzt nur zügig um, wenn sie klare Vorgaben, personelle Ressourcen und die notwendigen Mittel hat. Die Stadt Erfurt verfolgt ihre eigene Radverkehrsstrategie jedoch nicht konsequent genug. Mit dem Radentscheid Erfurt geben wir der Stadt eine klare Richtlinie an die Hand, die eine zügige Verbesserung der Verkehrssituation ermöglicht.

Thema Spenden

Am besten sprechen Firmen und Filialisten Sponsoring-Aktionen und Marketing im Einzelnen gemeinsam mit unserem Firmenspenden- und Fundraising-Team ab: spenden@radentscheid-erfurt.de. Hier ein paar Grundsätze:

  • Firmen/Filialen dürfen Unterschriftenlisten auslegen oder bei Aktionen für den Radentscheid mitmachen und damit ihre eigene Besuchsfrequenz erhöhen.
  • Firmen können sich bei Radentscheid-Aktionen und -Veranstaltungen einbringen, dann dort auch mit Werbung und Merchandising.
  • Auch das Radentscheid-Logo kann im Marketing verwendet werden. Das gilt für Radentscheid- oder Firmen-eigene Aktionen.
  • Um die Unabhängigkeit des Bündnisses zu wahren, werden wir keine Firmenlogos auf unsere Website bringen.
  • Jedoch können Statements von Firmen als Testimonials aufgenommen werden (Testimonial-Konzept in Arbeit).
  • Spenden sind steuerlich absetzbar. Bei Beträgen ab 200 Euro pro Jahr stellen wir automatisch eine Zuwendungsbestätigung aus. Bitte dafür bei der Zahlung den eigenen Namen mit Anschrift zusätzlich beim Verwendungszweck eintragen.
  • Bis zur Grenze von 200 Euro jährlich ist die Vorlage des Überweisungsträgers oder Kontoauszugs beim Finanzamt ausreichend (§ 50 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. b EStDV).
  • Als Privatperson können Sie Spenden an gemeinnützige Organisationen bis zur Höhe von 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Übersteigen die Spenden diese Grenze, gewährt das Finanzamt automatisch einen Zuwendungsvortrag und berücksichtigt diesen beim Steuerbescheid des Folgejahres.
  • Bei Kapitalgesellschaften wirken sich Spenden einkommensmindernd aus.
  • Bei Einzelunternehmen und bei Personengesellschaften verlagert sich der Spendenabzug steuerlich auf die Ebene der Unternehmer bzw. der Gesellschafter.

Falls Sie als Firma spenden wollen, bitte nehmen Sie über die folgende Email Kontakt mit unserem Firmenspenden- und Fundraising-Team auf: spenden@radentscheid-erfurt.de.

Thema Verkehrswende

Der Begriff Verkehrswende bezeichnet den Prozess, Verkehr und Mobilität auf nachhaltige Energieträger, sanfte Mobilitätsnutzung und eine Vernetzung verschiedener Formen des Individualverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs umzustellen. Eine Verkehrswende dient demnach auch der Steigerung der Lebensqualität.

Mit Rücksichtnahme gegenüber anderen Verkehrsteilnehmer, insbesondere Radfahrer und Fußgänger. Ein Mittel zur effizienten Nutzung von Pkw ist die Bildung von Fahrgemeinschaften und die Nutzung von Mitfahrzentralen. Ein bedarfsgerechter Rückgriff auf Niedrigenergiefahrzeuge kann ebenfalls zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs dienen. Die Verkehrswende lässt sich nicht über Nacht herbeizaubern. Doch im urbanen Raum gibt es ein enormes Potenzial, um auch die vorhandene Motivation, aufs Rad umzusteigen, mit einer guten Infrastruktur zu unterstützen. Auch Forschungsprojekte wie “PendlerRatD” lassen die Tragweite für motivierte Pendler erahnen. Bikesharingprogramme sind zudem die perfekte Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr oder das Auto in der Stadt und dem Umland.

Eine Verkehrswende mit dem Fahrrad wird nicht von allein kommen. Sie erfordert engagierte Bürgerinnen und Bürger und mutige Politikerinnen und Politiker, die im Zweifelsfall pro Fahrrad und nicht pro Auto entscheiden. Diese Verkehrswende braucht innovative Planerinnen und Planer und Verkehrsfachleute. Die Radfahrer können den Bedarf an Abstellflächen bzw. die Umwandlung von KFZ-Parkraum in Fahrradabstellplätze melden, damit mehr Raum für Fahrräder entsteht.

Der Fuß- und Radverkehr ist bezahlbar, gesundheitsfördernd und schließt kaum jemanden von der Teilnahme aus. Er ist emissionsfrei, benötigt wenig Fläche und ist allen anderen Verkehrsarten in Hinblick auf Lärm, Abgase und Feinstaub überlegen. Städte mit einem hohen Radverkehrsanteil zeichnen sich meist auch durch eine geringere Stauintensität aus. Aus diesem Grund spielt die Nahmobilität, so der Sammelbegriff für den Fuß- und Radverkehr, eine zentrale Rolle, wenn es um umwelt- und klimaverträgliche Fortbewegung und um die Lebensqualität in Städten geht.